Unterstützung für Corona-Warn-App

DHB und Landesverbände werben auf allen Ebenen für den Einsatz 

Der Deutsche Handballbund und die 22 Landesverbände unterstützen gemeinsam auf allen Ebenen den Einsatz der Corona-Warn-App als Instrument zum Kampf gegen die Pandemie. „Sport – und damit auch der Handball – hat eine gesellschaftliche Verantwortung. Jeder ist verantwortlich für seine Mitmenschen“, sagte Andreas Michelmann, Präsident des Deutschen Handballbundes, am Samstag in Hannover bei einer Konferenz mit den 22 Landesverbänden. „Deshalb ist es selbstverständlich, dass wir den Einsatz der Corona-Warn-App unterstützen und für den Einsatz auf allen Ebenen werben.“

Die am Dienstag dieser Woche veröffentlichte Corona-Warn-App ist ein zentraler Baustein in der weiteren Bekämpfung der Corona-Pandemie und soll helfen, Infektionsketten zu unterbrechen. Die bekannten Hygieneregeln behalten weiterhin einen hohen Stellenwert. „Wir arbeiten daran, für den Handball einen Weg zurück in eine Normalität mit Training und Spiel zu finden. Dafür müssen wir alle Möglichkeiten nutzen und auch konsequent die Corona-Warn-App der Bundesregierung einsetzen“, sagt Hans Artschwager, Mitglied des DHB-Präsidiums, Präsident des HV Württemberg und Sprecher der Landesverbände.Die Corona-Warn-App kann im App Store (https://apps.apple.com/de/app/corona-warn-app/id1512595757) oder via Google Play (https://play.google.com/store/apps/details?id=de.rki.coronawarnapp) heruntergeladen werden. Weitere Informationen der Bundesregierung zur Corona-Warn-App sind unter www.bundesregierung.de/breg-de/themen/corona-warn-app zu finden 

Saisonstart im Handball tatsächlich am 1. September?

Im Acht-Stufen-Plan zum Wiedereinstieg in den Handball-Spielbetrieb schon Stufe fünf erreicht

Präsident Hans Artschwager vom Handballverband Württemberg: In gleich zwei Videokonferenzen die drängendsten Fragen der Vereinsvertreter beantwortet Foto: Stefanie Schlecht

Artikel vom 19. Juni 2020 – 17:00

Von Vanessa Frey

KREIS BÖBLINGEN. „Webinare“, was genau sollen das sein? Wie der Name schon aussagt: Seminare, die im Word Wide Web abgehalten werden. In Zeiten von Covid-19 erlebt dieses Kommunikationsformat aktuell eine Hochphase. Auch der Handballverband Württemberg (HVW) hat sich dieses Tool zu Nutzen gemacht und veranstaltete zwei kostenlose Informationsveranstaltungen für Vereine unter dem Motto „Return to play“. HVW-Präsident Hans Artschwager (Hildrizhausen) und Landestrainer Nico Kiener (Herrenberg) standen dabei insgesamt rund 200 Vereinsvertretern Rede und Antwort und gaben gleichzeitig Tipps zur praktischen Umsetzung in der Halle.

„Wir wollen mit diesem Format mithelfen, Leitplanken zu setzen, um so bald wie möglich in die Normalität zurückzukehren“, erklärt Artschwager. „Wir müssen Gemeinschaft im Sport wieder erlebbar machen, wollen niemand alleine lassen und auch bestärken, weiter nach vorne zu gehen.“ Theoretische Grundlagen sind dabei die Handlungsempfehlung von Handball Baden-Württemberg für die Wiederaufnahme des Trainingsbetriebs sowie das Konzept des Deutschen Handballbundes (DHB) „Return to play“.

Wichtig wäre die Verfügbarkeit der Sporthallen in den Sommerferien

Dieses Positionspapier enthält einen 8-Stufen-Plan für Vereine, um schrittweise in einen vollwertigen Trainings- und Spielbetrieb einzusteigen. „Jede Stufe wird vor Ort mit den Verordnungen des Landes geprüft“, erklärt der HVW-Präsident aus Hildrizhausen, „aktuell befinden wir uns in Stufe fünf, Mannschaftstraining ohne Zweikämpfe sind wieder erlaubt.“ Sollte ein neuer Schritt anstehen, stimmt sich der HVW eng mit dem Landessportverband Baden-Württemberg ab. „Wir sind natürlich auch vom Föderalismus abhängig“, so Artschwager weiter, „dennoch streben wir einen Saisonstart zum September an.“

Der Handballverband unterstützt die Vereine ebenfalls in der Kommunikation mit den Kommunen, um eine Verfügbarkeit der Sporthallen in den Sommerferien zu ermöglichen. „Von allen Verantwortlichen muss bedacht werden, dass die Resilienz der Spielerinnen und Spieler, also auch die psychische Fähigkeit, die schwierige Lebenssituationen ohne anhaltende Beeinträchtigung zu überstehen, eher niedrig ist“, gibt Hans Artschwager zu bedenken, „die Trainingsinhalte müssen diesbezüglich angepasst werden.“ Und wie genau können das Trainerinnen und Trainer momentan umsetzen? „Zunächst müssen die W-Fragen geklärt werden“, erläutert Landestrainer Nico Kiener die praktische Realisierung. „Warum soll ich jetzt trainieren? Was ist sinnvoll? Wie kann ich trainieren. Und was kann ich trainieren?“ 40 Quadratmeter pro Person sind vorerst in der Halle erlaubt, ein Handballfeld hat insgesamt 800. Der Experte rät: „Fünf Hütchen, jeder bringt seinen eigenen Ball mit – das muss ausreichen.“ Feste Gruppen müssen definiert werden, Checklisten geführt und Inhalte genauestens geplant werden. Gerade für Ehrenamtliche eine enorme Herausforderung.

Dementsprechend gingen über die Chatmöglichkeit innerhalb des Webinars viele Fragen unterschiedlichster Natur ein und wurde über das System für alle Beteiligten sichtbar dargestellt. Sind Passformen in der Gruppe erlaubt oder nur zu zweit? Wer haftet allgemein? Wie sieht es mit einem übergreifenden Training aus? All diese und viele weitere Themen beschäftigen die Handballwelt aktuell. Hans Artschwager und Nico Kiener fanden auf alles eine Antwort, in spezielleren Fällen boten sie einen direkten Kontakt zu Klärung an. „Wir betreiben diesen Sport, weil wir Wettkämpfer sind, das muss im Training wiederbelebt werden“, weiß Kiener. Wann der Wettkampf über einen regulären Spielbetrieb wieder laufen kann? „Da hilft nur ein Blick in die Glaskugel“, lacht Hans Artschwager, „wir werden jede gesetzliche Veränderung nacharbeiten, um im Herbst mit dem Ligaalltag starten zu können.“

https://www.krzbb.de/krz_56_111894544-13-_Saisonstart-im-Handball-tatsaechlich-am-1-September.html

Return to play. Deutscher Handballbund plant Wiedereinstieg ins Training

Return to play. Deutscher Handballbund plant Wiedereinstieg ins Training

Während König Fußball nach wie vor bis in die untersten Ligen auf eine Fortsetzung des Spielbetriebs hofft und im Profibereich auch alle Anstrengungen dafür unternimmt – hat der Handballsport klare Kante gezeigt, die Saison in allen Ligen beendet und bundesweit die gleiche Regelung angewandt. Das Ganze ohne größere Streitereien. Dadurch hat man sich Luft verschafft um bereits jetzt die neue Spielzeit zu planen. Denn auch im Handball möchte man so schnell wie möglich wieder spielen.

https://www.regio-tv.de/mediathek/127623/

Strukturreform wird umgesetzt

Handball – Die aufgrund der Corona-Pandemie in allen Ligen abgebrochene Saison 2019/20 wird mit den Tabellenständen zum Stichtag 12. März nach der Quotientenregelung gewertet. Dabei wird es keine sportlichen Absteiger geben. Die beschlossene Strukturreform im HVW wird vollzogen.

Mit dieser mehrheitlichen Entscheidung des Bundesrates des Deutschen Handballbundes (DHB) habe man einen „gemeinsamen Weg für den deutschen Handball gefunden“, wie DHB-Präsident Andreas Michelmann (Aschersleben) am Dienstag erklärte. Auch Hans Artschwager (Hildrizhausen), Präsident des Handballverbandes Württemberg (HVW), zugleich DHB-Vize-Präsident und Sprecher der Landesverbände, zeigte sich „sehr, sehr dankbar, dass der Handball Schulter an Schulter“ entschieden habe. „Damit ist die Saison definitiv beendet, die Entscheidung ist fair und der beste Weg für alle Vereine.“ 

Lesen Sie weiter unter:

https://www.gaeubote.de/Nachrichten/Strukturreform-wird-umgesetzt-45991.html?fbclid=IwAR3niyk8lZ2yC-DBg8eWYaZjCyNVo9nkBCcLaHhEybrG8cYgSTwEKw8IoEg

„Vorratsbeschluss“ gefasst: Handballverband Württemberg bittet Vereine noch um etwas Geduld

Während andere Landesverbände nach der Empfehlung des Deutschen Handballbundes die Saison in den letzten Tagen für beendet erklärt haben, bittet der Handballverband Württemberg seine Vereine noch um etwas Geduld. Ein entsprechender Beschluss sei bereits gefasst worden, er solle aber erst in Kraft treten, wenn die Entscheidung des Bundesrats offiziell ist. Der Vorstand von Handball Baden-Württemberg hatte unterdessen bereits am Montag das Saisonende in der Baden-Württemberg Oberliga beschlossen.

Mit einem „Vorratsbeschluss“ hat das Präsidium des Handballverbands Württemberg (HVW) am Mittwochabend in einer Video-Konferenzschaltung signalisiert, dass es den Empfehlungen des Deutschen Handballbundes (DHB) vom 3. April folgen und „im Sinne der Einheitlichkeit über alle Landesverbände die demokratisch getroffene Entscheidung“ mittragen wird. 

In Kraft tritt dieser Beschluss aber erst, wenn der DHB-Bundesrat seine Empfehlungen als offizielle Entscheidung wirksam macht. „Ich rechne damit, dass dies bis Ende nächster Woche durch ist“, erklärt Hans Artschwager. Der HVW-Präsident bittet die Vereine dringend, „noch bis dahin Geduld zu haben“. 

Der HVW-Chef, zugleich DHB-Vizepräsident und Sprecher der Landesverbände, stellt die gegenwärtige Entscheidungsfindung unter das Motto „richtig vor schnell“, soll heißen: „Wir brauchen die einheitliche, mit allen Landesverbänden sowie den Bundesligen abgestimmte Linie für ganz Handball-Deutschland, und nicht eine schnelle Lösung, die später nachgebessert werden muss.“ 

Auch Artschwager geht von einer Beendigung der Saison aus, „aber wir müssen für alle Handballer das gleiche Wertungssystem der Saison 2019/2020 haben und anwenden“. Erst dann könne auch konkret über die Spielklassen entschieden werden, der offizielle Meldeschluss für die Vereine wurde deshalb vom 15. April auf den 15. Mai verschoben. 

„Vorratsbeschluss“ des HVW-Präsidiums im Wortlaut:

Die Saison 2019/2020 aller Spielklassen Männer und Frauen wird am Tag nach dem Bundesratsbeschluss beendet.

Es wird keine Absteiger in der Saison 2019/2020 geben.Es wird Aufsteiger in der Saison 2019/2020 geben.Ein freiwilliger Abstieg in die nächstniedrigere Spielklasse ist möglich.Der Meldeschluss für die Saison 2020/2021 der Männer und Frauen wird vom 15. April auf den 15. Mai verschoben.Vereine, die bereits für die Saison 2020/2021 gemeldet haben, können diese Meldung bis zum 15. Mai ohne Konsequenzen wieder zurückziehen.Ein Rückzug zwischen dem 15. Mai und dem 31. Juli 2020 bedeutet Absteiger der Saison 2020/2021.Die noch ausstehenden Final4 des Bezirks- und Verbandspokal werden, wenn möglich, bis zum Ende des Jahres gespielt.

Handball-Saison steht in den Amateurligen vor der Absage

Handball  Die Handball-Saison in den württembergischen Amateurligen endet wohl zum Stichtag 20. April. Doch wie werden dann entscheidende Aspekte wie Auf- und Abstiege geregelt? Es könnte darauf hinauslaufen, dass es gar keine Absteiger geben wird.

Von  Stephan Sonntag

Wie die Politik ist der Sport in Deutschland föderalistisch organisiert. Und wie in der Politik besitzen unterhalb der Bundesebene besonders die Länder umfangreiche Entscheidungskompetenzen. Da kann auch der Deutsche Handballbund (DHB) nicht einfach durchregieren und das Saisonende in allen Amateurligen beschließen.

Deshalb beließ es der DHB am vergangenen Freitag bei einem dringenden Appell: „Der Spielbetrieb bleibt – wie bereits am 13. März beschlossen – deutschlandweit bis einschließlich 19. April ausgesetzt. Für die folgende Zeit empfiehlt das DHB-Präsidium die Beendigung des Spielbetriebes der Saison 2019/20 in den Landesverbänden, also in den Klassen unterhalb der 3. Liga“, hieß es in einer Pressemitteilung. Nach und nach folgen jetzt die 22 Landesverbände dem Vorschlag.

Am Mittwoch tagt das Präsidium des Handball-Verbands Württemberg (HVW). Die wichtigsten Fragen und Antworten im Vorfeld:

Wie sieht die vom DHB vorgeschlagene Lösung aus?

Der Kernpunkt des ausgehandelten Kompromisses lautet: Es gibt keine Absteiger, sondern nur Aufsteiger. Die einzige Ausnahme bilden Teams, die sich entweder schon zuvor vom Spielbetrieb zurückgezogen haben oder dies aus wirtschaftlichen Gründen beabsichtigen. Diese Regelung gilt nicht nur für die Amateurklassen, sondern ebenso ab der 3. Liga aufwärts, sollte hier ebenfalls die Spielzeit 19/20 vorzeitig beendet werden. Für die höchsten drei Männer-Spielklassen und die Jugend-Bundesliga hält man sich ein Hintertürchen offen, die Saison regulär zu beenden, sollte dies erlaubt werden. „Das ist nachzuvollziehen, da es hier um viel Geld geht“, sagt Hans Artschwager, HVW-Präsident und Mitglied des DHB-Präsidiums.

Was sind die Auswirkungen für die kommende Saison?

Die Ligen werden von oben nach unten zahlenmäßig anwachsen, da ja keine Teams absteigen. Der mögliche positive Aspekt: Durch mehr Heimspiele lassen sich mehr Einnahmen durch Zuschauer und Sponsoren generieren. Um die Belastung aber nicht zu groß werden zu lassen, sollen dafür die Pokalwettbewerbe ausgesetzt werden. „Pokal-Spieltage können dadurch als Liga-Spieltage genutzt werden“, erklärt Artschwager. Anders ließe sich keine komplette Saison durchziehen, zumal ja im Sommer 2021 die Olympischen Spiele in Tokio stattfinden sollen. „Da müssen wir uns auch immer ein bisschen daran orientieren, was der Profibereich entscheidet“, erklärt Artschwager.


Werden alle Landesverbände mitziehen?

Als Mitte März beschlossen wurde, den Spielbetrieb bis einschließlich 19. April auszusetzen, scherte der Hessische Handballverband (HHV) aus und beendete den Spielbetrieb bereits endgültig. Ähnliche Alleingänge sind laut Artschwager aktuell nicht zu erwarten. „Wir hatten vergangene Woche eine große Videokonferenz mit allen Landesverbänden, bei der es viele positive Rückmeldungen auf die Vorschläge gab. Um den Vereinen entgegenzukommen und Planungssicherheit zu geben, ist es dringend notwendig, die Saison zum 20. April zu beenden.“


Drohen Klagen gegen die vorgeschlagene Lösung?

Die sind nicht auszuschließen und teilweise auch schon angedroht. Artschwager hat einen klaren Standpunkt in dieser Frage: „Je einheitlicher wir entscheiden, desto unangreifbarer sind wir.“ Ein wichtiger Punkt sind eindeutige politische Verordnungen der Bundesländer. In Baden-Württemberg sind die gegeben, in anderen Bundesländern nicht. Daher warten einige Landesverbände noch ab, ob ihnen nicht noch auf diesem Wege ein Haftungsausschluss beschert wird. Besonders gefährlich lebt der HHV durch seinen Sonderweg. „Der HHV setzt sich aus meiner Sicht nun unnötig eines Risikos von Rechtsstreitigkeiten aus“, sagte Handball-Rechtsanwalt Helge-Olaf Käding der „HNA“.


Was passiert, wenn der Saisonstart 2020/21 verschoben werden muss?

Die baden-württembergische Rechtsverordnung über infektionsschützende Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus tritt nach aktuellem Stand erst am 15. Juni außer Kraft. Doch niemand weiß, ob die Maßnahmen nicht weiter verlängert werden. „Wir arbeiten daran, ein zweites Szenario zu entwickeln, sollten wir erst im Januar 2021 den Spielbetrieb wieder aufnehmen dürfen. Angesichts der aktuellen Gemengelage schätze ich, dass der Amateursport erst recht spät wieder eingeschaltet werden wird“, sagt Artschwager.

https://www.stimme.de/sport/handball/artikel/Handball-Saison-steht-in-den-Amateurligen-vor-der-Absage;art140004,4341936

Interview mit HVW-Präsident Hans Artschwager aus Hildrizhausen

Der DHB-Vize spricht über seine Reise nach Magdeburg, den ausgesetzten Spielbetrieb im Handball und die Wohngruppen im Waldhaus Hildrizhausen

Hans Artschwager aus Hildrizhausen ist gerade jetzt, in Zeiten des Coronavirus, an vielen Fronten gefordert: als Vizepräsident des Deutschen Handballbundes, Präsident des Handballverbandes Württemberg und als Geschäftsführer im Waldhaus Hildrizhausen.

Artikel vom 16. März 2020 – 16:18

Von Michael Stierle

Hallo Herr Artschwager, in Ihrer Funktion als Vizepräsident des Deutschen Handballbundes hatten Sie für sich den Besuch des Länderspiels am Freitagabend in Magdeburg vorgesehen, das am späten Donnerstagabend abgesagt wurde. Wo hat Sie die Absage erreicht?

Das stimmt so nicht ganz. Ausgemacht war im Vorfeld des Länderspiels eine Präsidiumssitzung. Die hatte ich auch eingeplant, danach wäre ich aber sofort zurück nach Stuttgart, weil am gleichen Abend der Bezirkstag in Waiblingen stattfinden sollte, hätte mir das Länderspiel also gar nicht angeschaut. Danach aber haben sich die Ereignisse bekanntlich überschlagen. Ich hatte in kürzester Zeit allein 70 Telefon-Nachrichten auf meinem Handy.

Wie sahen denn genau Ihre Reisepläne aus?

Am Donnerstagabend bin ich nach Magdeburg geflogen . .

. . . mit welcher Gefühlslage sind Sie denn ins Flugzeug gestiegen? Die Zwei-Meter-Abstandsregel zu anderen Personen lässt sich dort kaum realisieren.

Na ja, ich bin nicht so erschrocken, hatte auch seit Jahren keine Grippe. Auf Flughäfen geht man größeren Ansammlungen halt aus dem Weg, und im Flieger war immer ein Sitz frei zwischen den Passagieren. Angst ist ein schlechter Ratgeber. Wer nur damit behaftet ist, kann keine rationalen Entscheidungen treffen, wie sie gerade von uns allen gefordert sind.

Was passierte am Freitag in Magdeburg?

Vormittags sollte der DHB-Ausschuss zusammenkommen, am Nachmittag das Präsidium. Wir haben uns dann aber sofort mit allen Präsidiumskollegen zusammengesetzt, um eine gemeinsame Linie wegen der Krise um den Coronavirus zu finden. Dazu haben wir uns auch mit den Kollegen in den Landesverbänden verständigt. In Rheinland-Pfalz beispielsweise wurde bereits begonnen, die Hallen zu schließen. Dazu war auch noch eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern vor Ort, die direkt aus dem Risikogebiet Südtirol kamen und in häusliche Quarantäne überstellt wurden. Man sieht, es ist viel auf einmal passiert. Wichtig war uns, mit einer Stimme zu reden – von der Bundesliga bis zu den Amateuren. Und sich dabei an den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts zu orientieren. Das ist uns mit der Aussetzung des gesamten Spielbetriebs bis 19. April auch gelungen.

Der Handballverband Württemberg, (HVW) dessen Präsident Sie sind, hatte bereits am Vortag in einer Pressemitteilung verkündet, alle Spiele bis einschließlich 19. April einzustellen. Hand aufs Herz, Sie waren auch selbst lange Jahre Trainer: Glauben Sie wirklich, dass die Mannschaften, von denen sicher auch die meisten der Empfehlung folgen, sämtliche Trainingsaktivitäten komplett herunterzufahren, nach diesem 19. April in der Lage sind, von Null auf Hundert wieder in den Spielbetrieb einzusteigen?

Ehrlich gesagt, daran zu glauben fällt mir persönlich in der Tat schwer. Zumal das Robert-Koch-Institut davon ausgeht, dass die Krise ihren eigentlichen Höhepunkt erst im Juni erreichen wird. Entscheidend für uns ist, eine über alle Ligen gemeinsame Lösung zu finden. Dazu braucht es Zeit, um darüber nachzudenken, und die haben wir jetzt erst einmal gewonnen. Dazu gehört, auch mal in die Satzung zu schauen, um festzustellen, ob gewisse Entscheidungen auch vor einem Sportgericht Bestand haben.

Gehört der Abbruch der aktuellen Saison zu den denkbaren Szenarien dazu?

Natürlich. So wie beim Eishockey oder Volleyball, dort wurde ganz konsequent vorgegangen. Diese Lösung suchen wir noch, die für ganz Handball-Deutschland gilt.

Mit welchen Folgen für die Auf- und Abstiegsregelung? Und was heißt das beispielsweise für die geplante Neueinführung einer Verbandsliga bei Männern und Frauen?

Da gibt es verschiedene Möglichkeiten. Nimmt man den aktuellen Tabellenstand, wäre das sicher ungerecht gegenüber den derzeitigen Tabellenletzten. Macht man einen Cut nach der Hinrunde, fängt man mit der Saison 19/20 im September noch einmal von vorne an? Dafür nehmen wir uns jetzt die Zeit. Wichtig ist, wie gesagt, dass die Entscheidung auch gerichtsfest sein wird.

Zum HVW gehören auch zahlreiche Bundesliga-Vereine. Haben Sie von dort schon Rückmeldungen bekommen, wie existenzgefährdend die aktuelle Lage mit auf einen Schlag ausfallenden Zuschauereinnahmen sein kann?

Einzelschicksale sind verständlich, aber in der momentan Situation geht es ausschließlich um die Gesundheit, da muss man vielleicht auch einmal unpopuläre Entscheidungen treffen. Und wenn ich lese, dass es in Stuttgart bis Sonntag 80 Corona-Infizierte gab, wäre es vielleicht doch besser gewesen, das Zweitliga-Spiel des VfB Stuttgart gegen Arminia Bielefeld nicht vor Publikum auszutragen. Ich bin dankbar, mit anderen Präsidenten wie Matthias Schöck vom Württembergischen Fußballverband oder Martin Walter von den Volleyballern in ständigem Austausch zu sein, um gemeinsam Dinge zu überlegen. Dazu gehört auch die Frage von Kurzarbeitergeld gerade bei den Bundesligisten. Außerdem brechen bei allen Vereinen so viele Veranstaltungen und damit auch Einnahmen weg, dass ich mir angesichts der von der Bundesregierung vorgestellten Hilfsmaßnahmen durchaus vorstellen könnte, das Jahr 2019 für die Vereine steuerfrei zu stellen. Das würde ihnen auf jeden Fall helfen.

Ganz anderes Thema: Im Hauptberuf sind Sie Geschäftsführer im Waldhaus Hildrizhausen, eine sozialpädagogische Einrichtung der Jugendhilfe. Wie wirkt sich die derzeitige Ausnahmesituation auf das Zusammenleben dort in den einzelnen Wohngruppen aus?

Im Moment ist es so, dass jeder irgendeinen kennt, der wiederum einen kennt, der aus einem so genannten Risikogebiet kommt. Wir werden die Verhaltensregeln auf jeden Fall verbindlich festlegen, das gilt auch für die Kollegen in der Familienhilfe, die sich vor ihren Besuchen auf jeden Fall noch einmal erkundigen sollen, ob Familienmitglieder derzeit erkrankt sind. Dazu sind wir angehalten, Vorkehrungen für eine eventuelle häusliche Quarantäne zu treffen. Wir können unsere Bewohner ja nicht heim schicken wie die Schulen und Kindertagesstätten das ab Dienstag machen, für sie ist das Waldhaus ihr Zuhause. Ich bleibe aber auch dabei, mit Bedacht an die Sache ranzugehen, auch noch einmal solch simple Dinge wie das Händewaschen einzuüben und in Ruhe entsprechende Mechanismen aufzubauen, sollte sich das Szenario weiter verändern, wovon leider auszugehen ist.

https://www.krzbb.de/krz_56_111858515-13-_Interview-mit-HVW-Praesident-Hans-Artschwager-aus-Hildrizhausen.html

Neue Projekte am Start

Das Waldhaus Hildrizhausen verändert sich. 2018 begann die bekannte Einrichtung der Jugendhilfe mit dem Bau eines neuen Gebäudes, das neue personelle Möglichkeiten eröffnet, neue Perspektiven erschließt. Nun steht der Tag ihrer Einweihung bevor.

Waldhaus-Leiter Hans Artschwager (links) und Michael Weinmann, Leiter des gesamten stationären Bereichs, auf der Baustelle GB-Foto: Holom

 Die große Veränderung befindet sich inmitten des Geländes, das das Waldhaus in Hildrizhausen am Rand des Schönbuchs einnimmt: Im Juni 2019 feierte das neue Gebäude sein Richtfest (der „Gäubote“ berichtete), am Mittwoch, 1. April, ist geplant mit einer Gruppe zur Inobhutnahme zu beginnen. Der Bau ist bereits sehr weit fortgeschritten. „Jetzt geben wir Vollgas“, sagt Hans Artschwager, der Leiter des Waldhauses. Am Donnerstag, 18. Juni wird ein offizielles Einweihungsfest stattfinden, am Sonntag, 5. Juli, dann lädt das Waldhaus zum Tag der offenen Tür: „Viele Menschen möchten wissen, was wir tun und was hier entsteht.“

1,7 Millionen Euro flossen in das neue Gebäude, rund 2,4 Millionen investierte das Waldhaus in Erschließungsarbeiten, nutzte dabei auch die Gelegenheit, unterschiedliche Versorgungsleitungen auf dem Gelände zu erneuern – Fernwärme, Datenverkehr und Strom. Der Bau schritt zügig voran, Artschwager selbst sorgte mitunter für die Abstimmung der Arbeiten – „die Gewerke gingen Hand in Hand“.

Mit dem Bezug des neuen Hauses eröffnet das Waldhaus seine Gruppe zur Inobhutnahme, wird in diesem Bereich für den Landkreis Böblingen tätig. Inobhutnahme meint die zeitnahe kurzfristige Unterbringung von Jugendlichen, die sich in stark problematischen familiären Situationen befinden, oder die von der Polizei aufgegriffen wurden – eine Überbrückungsmaßnahme, die greift, wenn Gefahr im Verzug ist, eine Versorgungsleistung, zu der der Landkreis verpflichtet ist, die er nun gemeinsam mit dem Waldhaus erbringt. Sechs Plätze zur Inobhutnahme werden neben seinen Regelgruppen entstehen.

Lesen Sie weiter unter: https://www.gaeubote.de/Nachrichten/Neue-Projekte-am-Start-42016.html

Handballverband Württemberg: Verbandsjugendtag in Stetten im Remstal

Der scheidende Vizepräsident „Jugend, Schule, Bildung“ Edwin Gahai wurde mit der Silbernen Ehrennadel des Deutschen Handballbundes ausgezeichnet

Nach über drei Jahrzehnten im Ehrenamt beim Handballverband Württemberg (HVW) und zuletzt sechs Jahren als Vize-Präsident „Jugend, Schule, Bildung“ wurde am Wochenende in der Vereinshalle des TV Stetten Edwin Gahai (Oberstenfeld) aus seinen Verbandsämtern verabschiedet. Künftig will sich der 67-Jährige aber noch dem Traineramt in der Jugend und bei den Frauen 3 seines Vereins widmen, ansonsten aber kürzertreten. HVW-Präsident Hans Artschwager (Hildrizhausen) ehrte den langjährigen Weggefährten zum Abschied mit der Ehrennadel des Deutschen Handballbundes (DHB) in Silber.

Zum Verbandsjugendtag 2020 des HVW hatten sich trotz des sonnigen Wetters 60 Delegierte der Bezirke sowie einige Ehrengäste im Remstal eingefunden, die im ersten Teil eine aufschlussreiche und interessante Diskussion zum Thema „Mitgliedergewinnung“ sowie einige Ehrungen erlebten. Nach einem Impulsreferat per Video des terminlich verhinderten DHB-Vizepräsidenten und Präsidenten des Bayerischen Handballverbandes (BHV), Georg Clarke (Bad Tölz), kamen in der von Daniel Räuchle moderierten Talkrunde Tobias Müller (Pforzheim), der Vorsitzende der Baden-Württembergischen Sportjugend, der stellvertretende Vorsitzende der Württembergischen Sportjugend, Dirk Dietz (Affalterbach), Michael Daiber (Böblingen) vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden- Württemberg sowie Hans Artschwager, Vize-Präsident des DHB, zu Wort.

Georg Clarke nannte den HVW „Leuchtturm und Vorbild für andere Verbände, zum Beispiel mit dem Grundschulaktionstag und der Grundschulliga“. Sein Apell an die Württemberger: „Macht bitte so weiter! Ihr seid mit eurem Engagement Motor und Botschafter des Handballs in Deutschland!“

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Bild 2: Thomas Schadenberger (Vertreter der Bezirksvertreter der Jugend), seine Stellvertreterin Daniela Scala, Michael Daiber (neuer Vorsitzender Verbandsausschuss Jugend, Soziales, Bildung) und HVW-Präsident Hans Artschwager.
(Foto: HVW/Bermanseder) 
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Auch Tobias Müller nannte den „HVW vorbildlich“ und wies die Möglichkeiten auf, durch Bundesfreiwilligendienst oder Freiwilliges Soziales Jahr Handball an Schulen zu etablieren. „Wir müssen die Kinder und Jugendlichen dort abholen, wo sie sind – in den Schulen. Das kann gelingen!“ Auch Dirk Dietz sprach sich für mehr Kooperationen zwischen Vereinen und Schulen aus, „wir sollten zudem auch in Kindergärten und Vorschulen gehen“. Es wäre wichtig, Jugendliche an die Vereine zu binden, „auch als Helfer, Übungsleiter und Trainer“. Es sei jedoch ebenso wichtig, Erzieher und Lehrer an die Hand zu nehmen und mit dem Handball bekannt zu machen – „die Grundschulen sind unsere Zielgruppe“.

In Bezug auf die Kooperationen Schule / Verein, erklärte Michael Daiber, sei der HVW schon seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner, „und dieser Leuchtturm Württemberg soll weiter und noch heller leuchten!“ Die Förderung der Integration sei zudem von Bedeutung, „aber wir müssen auch die Kinder fordern und fördern, die gut sind, und da sind wir mit der Einführung der Grundschulliga auf dem richtigen Weg“. Als Paradebeispiel nannte er „Jugend trainiert für Olympia“, das bereits im 50. Jahrstehe. Hans Artschwager unterstrich die Bedeutung von Vorbildern für den Nachwuchs, „beim AOK- Startraining sollen Bundesliga- und Nationalspielerinnen in ihre ehemaligen Schulen gehen, dadurch schaffen wir eine größere Basis“.

Die Silberne Ehrennadel des HVW gab es anschließend aus den Händen von Hans Artschwager für Norwin Pollich (Backnang), den Vertreter der Bezirksvertreter der Jugend und stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandsausschusses „Jugend, Schule, Bildung“ (VAJSB). Mit der Ehrennadel des DHB in Bronze zeichnete der HVW-Präsident Rosemarie Keller (Bietigheim-Bissingen), die Referentin für Kinderhandball und Nachwuchsgewinnung im VAJSB aus. Der scheidende Edwin Gahai wurde mit der DHB-Ehrennadel in Silber dekoriert. Gahai hatte zuvor den Mitgliedern seines Ausschusses, Norwin Pollich, Stefanie Skenderovic (Stuttgart), Alexander Schurr (Tübingen), Rosemarie Keller und Nico Kiener (Herrenberg) sowie den Projektleitern Markus Scherbaum (Neuhausen/Filder), Thomas Krombacher (Esslingen), Florian Beck (Ostfildern), Till Fernow (Stuttgart) und Stephan Christ (Stuttgart) für ihre Unterstützung in den vergangenen Jahren ganz herzlich gedankt.

Im parlamentarischen Teil des Verbandsjugendtages übernahm Karl-Heinz Helber (Oberstenfeld), Mitglied im Verbandsausschuss Recht, die Versammlungsführung. Nach dem Rechenschaftsbericht des VAJSB, vorgetragen durch Edwin Gahai, beantragte Helber die Entlastung des gesamten Gremiums, die einstimmig erteilt wurde. Ebenso einstimmig erfolgten die Wahlen, hier wurde Michael Daiber zum neuen VAJSB-Vorsitzenden, Thomas Schadenberger (Nordheim) zum neuen Vertreter der Bezirksvertreter der Jugend und Daniela Scala (Stuttgart) zu seiner Stellvertreterin gewählt. Karl-Heinz Helber gab dann noch die Namen der bereits gewählten Jugendsprecher bekannt, es sind Daniela Pantleon (Bettringen) und Jonas Hauser (Meßstetten).

Als Delegierte der Jugend beim am 16. Mai in Holzgerlingen stattfindenden Verbandstag des HVW wurden nominiert: Jonas Hauser, Christian Schock (Lauffen), Oliver Rossnagel (Beilstein), Klaus Konrad (Backnang), Julia Püngel (Stuttgart), Barbara Samer (Pfedelbach-Windischenbach), Janina Pernesch (Neuffen) und Tobias Müller. Beim Landessportjugendtag (25. April 2020 im SpOrt Stuttgart) vertreten Daniela Scala, Michael Laufer (Fellbach), Ralph Geiger (Ditzingen), Oliver Rossnagel, Rudi Wintterle (Möglingen), Ina Hermann (Alfdorf), Lisa Mühleisen (Fellbach) und Tamara Franke (Weinstadt) als Delegierte die HVW-Jugend.

Der Handballverband Württemberg ist mit rund 90.000 Mitgliedern – davon zirka 40.000 Kinder und Jugendliche – der zweitstärkste Landesverband im DHB.

DHB-Vizepräsident Hans Artschwager im Video-Interview der SportRegion Stuttgart

„SPORT UND POLITIK“ lautet das Jahresmotto 2020 der SportRegion Stuttgart. In Zusammenarbeit mit RegioTV werden diverse Videos produziert. In der 1. Folge kommt der Handball-Funktionär Hans Artschwager zu Wort. Der Präsident des Württembergischen Handball-Verband ist zudem auch Vize-Präsident des Deutschen Handballbundes, er sprach am Rande des „Deutschland Cups“ der weiblichen Jugend mit RegioTV und betont beispielsweise angesichts des „Grundschulaktionstags“ die Vorreiterrolle, in der sich der HVW vor allem im weiblichen Nachwuchsbereich sieht.
Quelle: https://www.handball-world.news/o.red.r/news-1-1-77-122098.html

Video der SportRegion Stuttgart: